Forschungs- und Praxisinitiative: Komplementäre und Integrative Gesundheitsversorgung für Baden-Württemberg

Kurzvorstellung von KIG BaWü (Prof. Dr. med. Yvonne Samstag):

Vortrag anlässlich der "Zweiten Zwischenbilanz" des Forum Gesundheitsstandort Baden -Württemberg, 23.10.2020

KIG BaWü (Sprecherin: Prof. Dr. Yvonne Samstag) wird seit Juni 2020 im Rahmen des "Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg" vom Landesministerium für Soziales und Integration gefördert.

Zur Umsetzung dieser Forschungs- und Praxisinitiative bündeln das Akademische Zentrum für Komplementäre und Integrative Medizin (AZKIM) und das Kompetenznetz Integrative Medizin (KIM) ihre Kräfte.

Ziel ist es, konventionelle Medizin optimal durch naturheilkundliche und weitere komplementärmedizinische Behandlungskonzepte zu ergänzen und somit Patient*innen zukünftig „Hand in Hand“ zu versorgen.

Die unterstützende Behandlung von Krebserkrankungen, die Stabilisierung von Patient*innen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen und die Behandlung von Atemwegs- und Harnwegsinfektionen sind wichtige Anwendungs- und Forschungsfelder für die Etablierung einer Integrativen Medizin. Viele Menschen sind von diesen Krankheitsbildern betroffen. Komplementärmedizinische Konzepte können z.B. dazu beitragen, Lebensqualität zu verbessern, Nebenwirkungen onkologischer Therapien zu lindern und den Betroffenen zu einem gesundheitsfördernden Lebensstil anregen.

Ziel von KIG BaWü ist es, das Erfahrungswissen zusammenzustellen und erfolgversprechende Ansätze interdisziplinär zu erforschen, um letztlich Ärzt*innen und Patient*innen konkrete Konzepte für eine integrative Gesundheitsversorgung zur Verfügung zu stellen. Dies wird von Patient*innen und Selbsthilfegruppen seit langem intensiv gefordert. Ein solches Angebot fehlt bisher jedoch weitgehend.

Mit Hilfe neuer wissenschaftlicher Methoden und Testverfahren sollen ferner die funktionellen Effekte und Wirkungsmechanismen von pflanzlichen Präparaten, Nahrungsergänzungsmitteln, veganer Ernährung, Akupunktur und Entspannungsverfahren erforscht werden. Gleichzeitig soll die praktische Anwendung einzelner Verfahren im Rahmen von Versorgungsforschungsstudien evaluiert werden. Die Erkenntnisse fließen in medizinische und interprofessionelle Aus-, Weiter- und Fortbildungsformate innerhalb und außerhalb der Universitätsklinika ein.

Das Projekt verbindet in einzigartiger Weise Grundlagenforschung mit klinischer Forschung und Versorgungsforschung und ermöglicht damit zugleich eine Stärkung des Forschungsstandorts Baden-Württemberg.

AZKIM (Sprecherin: Prof. Dr. Yvonne Samstag) ist ein überregionaler Zusammenschluss von Ärzt*innen und Wissenschaftler*innen an den vier Universitätsklinika Heidelberg (Prof. Dr. Yvonne Samstag, Immunologie), Tübingen (Prof. Dr. Stefanie Joos, Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung), Freiburg (Prof. Dr. Roman Huber, Innere Medizin und Naturheilkunde) und Ulm (Em. Prof. Dr. Thomas Simmet und Prof. Dr. Tatjana Syrovets, Klinische Pharmakologie und Naturheilkunde).

In KIM (Sprecher: Dr. Thomas Breitkreuz) haben sich namhafte Kliniken und ambulante Netze in Baden-Württemberg mit Erfahrung in Integrativer Medizin zusammengeschlossen.

Für weitere Informationen stehen zur Verfügung:

Agnes Walk und Dr. Verena Beier (Koordination)
E-Mail: info@kig-bawue.de
Telefon: +49 (0)6221 56-34261

Prof. Dr. Yvonne Samstag (Sprecherin von AZKIM und KIG BaWü)
E-Mail: yvonne.samstag@urz.uni-heidelberg.de
Telefon: +49 (0)6221 56-4039

Dr. Thomas Breitkreuz (Sprecher von KIM)
E-Mail: tb@paracelsus-krankenhaus.de
Telefon: +49 (0)7052 925-1160

Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg vom 06.11.2020